Die Umwandlung

der Agrarverfassung Ostpreußens


durch die Reform des neunzehnten Jahrhunderts

Erster Band

Die ländliche Verfassung Ostpreußens

am Ende des achtzehnten Jahrhunderts

von

Robert Stein




Seite 393
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Das Verbreitungsgebiet der deutschen Siedlungsweise beschränkte sich auf die mittleren und
westlichen Landschaften Ostpreußens. In allen Gebieten, in denen bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts
die Kolonisation des Landes zu Ende gebracht war, herrschte auch das deutsche Bauerndorf vor. Daß
es sich im Samlande nur vereinzelt vorfand, wurde bereits erwähnt. Jenseits der Deime verlief die
östliche Grenzlinie der deutschen Siedlungen vom "Großen Baumwalde" bei Weißensee über
Wilkendorf, Puschdorf, Bürgersdorf, Kortmedien, Adamswalde, Friedrichswalde, Altendorf,
Biberstein, Wolfshagen, und Engelstein, bis zum Angerburger See. Die östliche der bezeichneten
Linie gelegenen Striche waren größtenteils durch Litauer besiedelt worden, doch zeigten hier und da
grundherrliche Siedlungen und Schatulldörfer, allerdings merklich abgeschwächt, die Merkmale der
der deutschen Bauweise, z.B. Eschenbruch, Juga-Reusaß, Langenfeld, Reuschenfeld,
Mauenfeld, Schneiderin, Jlmsdorf, Klein Jägersdorf, Jakobsdorf. Die Grenzlinie gegen das
Gebiet der slawischen Siedlungen zog sich vom Angerburger See südwestlich über Rosengarten,
Eichmedien, Wilkendorf, zunächst bis zur Ostecke des Ermlandes. Dieses wies in seinen
östlichen Gebieten lauter Siedlungen auf, die unverkennbar altpreußische Anlage verrieten.
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